Blaulicht

Familiendramatik in Kassel-Waldau

18-Jähriger nach Großfahndung in Kleingartenanlage festgenommen

Ein grausamer Fund in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Waldau löste eine großangelegte Fahndung aus. Nach einer intensiven Suche unter Einsatz von Spezialeinheiten und eines Polizeihubschraubers konnte die Polizei den 18-jährigen Tatverdächtigen festnehmen. Der junge Mann soll nicht nur seinen älteren Bruder getötet, sondern auch weitere Personen mit einer Schusswaffe verletzt haben.

Symbolbild: Polizeieinsatz mit SEK und Hubschrauber in einer Kasseler Kleingartenanlage.
Illustration: Kassel News (Symbolbild)

KASSEL – Alles begann in der Nacht von Samstag auf Sonntag, als die Leiche eines 21-jährigen Mannes in einer Wohnung entdeckt wurde. Besorgte Angehörige hatten die Rettungskräfte alarmiert. Eine durchgeführte Obduktion bestätigte den schlimmen Verdacht: Der ältere Bruder starb durch stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper. Der Verdacht der Ermittler fiel sofort auf den 18-jährigen Bruder des Opfers. Die Staatsanwaltschaft Kassel gab umgehend eine Öffentlichkeitsfahndung mit einem Foto des Jugendlichen heraus, woraufhin eine intensive Suche begann.

Schüsse in der Nacht und Polizeihubschrauber

Der Durchbruch bei den Ermittlungen gelang am frühen Dienstagmorgen. Gegen 3:00 Uhr nachts kam es auf dem Gelände einer Kleingartenanlage im selben Stadtteil Waldau zu einem weiteren gefährlichen Vorfall. Der untergetauchte 18-Jährige eröffnete das Feuer auf einen 19-jährigen Kasseler, der sich in einer der Gartenhütten aufhielt. Dem verletzten Jugendlichen gelang es jedoch, zu fliehen und Hilfe zu rufen.

Die Polizei zog daraufhin starke Kräfte zusammen, darunter Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) sowie einen Hubschrauber, der das Areal aus der Luft mit starken Suchscheinwerfern ausleuchtete.

Dynamischer Zugriff

Der Einsatz wurde am Dienstagmorgen gegen 8:30 Uhr erfolgreich beendet. Die Einsatzkräfte lokalisierten und überwältigten den Tatverdächtigen direkt auf dem Gelände der Kleingartenanlage. Bei der anschließenden Durchsuchung weiterer Gartenlauben stießen die Beamten auf einen zweiten verletzten Mann. Die Ermittler gehen davon aus, dass auch er dem aggressiven 18-Jährigen zum Opfer fiel. Lebensgefahr besteht bei den beiden Verletzten der nächtlichen Schussabgabe glücklicherweise nicht.

Das Gelände der Kleingartenanlage wurde von der Kriminalpolizei zur akribischen Spurensicherung weiträumig abgesperrt. Die Hintergründe und Motive dieser tragischen Eskalation der Gewalt sind bislang noch völlig unklar. Der 18-jährige deutsche Staatsangehörige wird noch heute einem Haftrichter vorgeführt, der über die Untersuchungshaft entscheiden soll.

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Presivo Redaktion